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Schwangeren Frauen haben es in Südkoreas Hauptstadt Seoul nicht leicht. Die Stadt hat auf ihrer Homepage einen Richtlinien-Katalog veröffentlicht, der vor sexistischen Ratschlägen nur so strotzt.

Es liest sich ein bisschen wie ein schlechter Scherz – ist aber anscheinend ernst gemeint. Auf der Homepage der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist ein Richtlinien-Katalog zu finden, der aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts stammen könnte – und gegen sämtliche Errungenschaften der Emanzipation schießt.

Schwangeren Frauen wird darin unter anderem nahe gelegt, dass sie ihrem Mann noch saubere Wäsche bereitlegen, bevor sie zur Entbindung ins Krankenhaus fahren. Das ist aber nur einer der skurrilen Punkte in dem Katalog.

Weil die Männer in Seoul anscheinend nicht kochen können – oder wollen –, soll die Frau für ihren Gatten vorkochen, bevor sie entbindet. Das habe den Sinn, dass er in der Zeit ihrer Abwesenheit auch versorgt ist.

Mit den schrägen Tipps der Stadt soll Sport unnötig werden

Die Stadt Seoul hat sich auch Gedanken darüber gemacht, wie Frau nach der Geburt schnellstmöglich wieder fit und einsatzbereit wird. Nach der Geburt soll sich die frisch gebackene Mutter die Kleidung raushängen, die sie ganz am Anfang ihrer Schwangerschaft anhatte.

Dann sei sie motiviert, auch ganz schnell wieder ihr altes Gewicht zu erreichen. Und dieses alte Gewicht erreiche sie am besten durch Hausarbeit – durch Saubermachen und durch Abwaschen. Da müsste sie dann auch nicht extra Sport treiben, rät die Stadt Seoul.

Richtlinien sorgen für Empörung

Wegen der frauenfeindlichen Haltung in Südkoreas Hauptstadt sind viele Menschen dort empört. Viele Südkoreaner fragen sich: Denkt die Stadt immer noch, die Ehefrauen sind die Putzfrauen ihrer Männer? Oder am Ende einer Schwangerschaft, da kann die Frau sowieso kaum noch atmen und da soll sie dem Mann noch die Kleidung rauslegen und vorkochen?

Allerdings muss man tatsächlich auch sagen, diese ganze Empörung kam reichlich spät. Denn diese Richtlinien standen schon seit Juni 2019 auf der Webseite der Stadt Seoul.

Auch für Studenten gab es schon ähnliche Richtlinien

Die Geschlechterrollen in Südkorea sind grundsätzlich noch sehr konservativ. Die Richtlinien für Schwangere sind da einerseits sicher ein Ausreißer. Auf der anderen Seite hat es vor drei Jahren schon mal eine ähnlich geartete Richtlinie für Studierende gegeben. Da hieß es, Frauen sollten an ihrer Erscheinung arbeiten, Männer daran Geld zu verdienen.

Und der richtige Knaller: Die Männer, die sehr viel Geld für Rendezvous ausgeben müssen, die würden dafür auch eine gewisse Kompensation erwarten.

Südkorea ist sexistisch und frauenfeindlich

Zusammenfassend muss mal also sagen, Südkorea ist immer noch sehr sexistisch und frauenfeindlich. Aber dagegen wird mittlerweile auch sehr häufig aufbegehrt. Gerade junge Koreanerinnen ziehen daraus die Konsequenz, dass sie das Land am liebsten verlassen und auswandern.

Für Männer sind Frauen in Südkorea oft einfach nur ein Objekt. Bei manchen Dingen sind sich die Männer in Südkorea auch gar keiner Schuld bewusst. Zum Beispiel dann nicht, wenn sie Frauen auf Toiletten filmen.

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