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Bundesweit infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus. In Baden-Württemberg wurde ein kritischer Wert überstiegen. Ab Montag gilt deswegen die Pandemiestufe 3. Was bedeutet das und welche Maßnahmen gibt es dann?

Wegen stark ansteigenden Infektionszahlen gilt ab Montag in Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe. Auslöser ist, dass sich im Schnitt in den vergangenen sieben Tagen in Baden-Württemberg mehr als 35 Personen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt haben. Am Sonntag gab die Landesregierung die nun geltenden Maßnahmen bekannt.

Pandemiestufe 3 in Baden-Württemberg: Diese Maßnahmen gelten ab jetzt

Mit der Stufe 3 wird insbesondere die Maskenpflicht verschärft. Zusätzlich zur Maskenpflicht im ÖPNV, in Geschäften und in der Gastronomie muss jetzt auch überall im öffentlichen Raum – beispielsweise Fußgängerzonen und öffentliche Einrichtungen – eine Maske getragen werden, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Regelung gilt landesweit.

Es sei ratsam, immer eine Maske griffbereit mit sich zu tragen – gerade in Bereichen mit hohem Menschenaufkommen, erklärte ein Sprecher der baden-württembergischen Landesregierung. Die verschärfte Maskenpflicht bedeute nicht zwangsläufig, dass man sich draußen nur noch mit einer Maske bewegen dürfe. „Wir appellieren da an die Eigenverantwortung des Einzelnen“, ergänzte der Sprecher.

Man kann zum Beispiel auch die Straßenseite wechseln oder sich an die Wand drücken, wenn einem jemand entgegenkommt.

Sprecher der Landesregierung Baden-Württemberg

Auch für Treffen und Feiern gibt es neue Einschränkungen. Bei privaten Zusammentreffen sind ab Montag maximal zehn Personen oder zwei Hausstände erlaubt. Auch Treffen draußen werden auf zehn Personen beschränkt. Bei Veranstaltungen sollen künftig nur noch 100 Menschen erlaubt sein.

Was bedeutet Pandemistufe 3 für Kindergärten, Unis und Schulen?

In Kindertagesstätten soll bei der Gruppenbildung ab jetzt eine konsequente Distanz hergestellt werden. Schon bevor die Pandemiestufe am Samstag ausgerufen wurde, gab die Landesregierung bekannt, dass ab Montag in allen Schulen ab Jahrgangsstufe 5 eine Maskenpflicht für Lehrer und Schüler gilt. Die Maskenpflicht an Sitzplätzen gilt auch in Hochschulen.

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(Hinweis: Video von Sonntag)

Krankschreibung wieder per Telefon möglich

Damit es in Arztpraxen zu weniger Kontakten kommt, sollen telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten ausgeweitet werden – das betrifft unter anderem auch Krankschreibungen. Zudem werden sich die Kliniken auf ein höheres Aufkommen an Corona-Patienten einstellen und ihre Kapazitäten stufenweise anpassen und medizinisch nicht notwendige Behandlungen reduzieren. Außerdem werden Fieber-Ambulanzen und Teststellen in den besonders betroffenen Regionen ausgeweitet.

Corona-Maßnahmen gelten landesweit

Die Pandemiestufe 3 und die damit einhergehenden geänderten Corona-Regeln gelten ab Montag in ganz Baden-Württemberg, unabhängig vom Infektionsgeschehen in einzelnen Städten oder Landkreisen. Der Sinn der Maßnahmen sei, „dass wir vor der Lage entscheiden und nicht erst reagieren, wenn es immer schlimmer wird“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Deswegen solle nicht gewartet werden, bis jeder Kreis über der kritischen Marke ist.

In einzelne Städte und Landkreise, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 über 50 liegt, können auch lokal schärfere Maßnahmen ergriffen werden.

Gibt es eine Sperrstunde?

Landesweite Sperrstunden sind auch in der aktualisierten Corona-Verordnung bislang nicht vorgesehen. Es gibt jedoch in einzelnen Städten und Landkreisen entsprechende Beschränkungen. So darf zum Beispiel in Stuttgart an Wochenenden nach 21 Uhr kein Alkohol zum Mitnehmen mehr verkauft werden. Außerdem darf auf einigen öffentlichen Plätzen ab 23 Uhr kein Alkohol mehr konsumiert werden. Im Landkreis Tübingen beispielsweise gilt eine generelle Sperrstunde für die Gastronomie ab 23 Uhr.

Wie geht es jetzt weiter?

Sollten die Maßnahmen in den nächsten sieben bis zehn Tagen keine Wirkung zeigen, sind weitere Einschränkungen nicht auszuschließen. „Wenn das nicht geht, dann werden wir zum Schluss sehr viel härtere Maßnahmen ergreifen müssen, die dann auch tiefer ins Arbeitsleben eingreifen“, sagte Kretschmann.

Die Pandemiestufe 3 ist die höchste Stufe des dreistufigen Alarmkonzepts für Baden-Württemberg. Auch in Rheinland-Pfalz gibt es ein Drei-Stufen-Warnsystem. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt hier die höchste Stufe rot. Dann können die Behörden zusätzliche strengere Kontaktbeschränkungen verhängen, die Gästezahl bei privaten Feiern reduzieren, Notbetreuungsangebote einrichten oder veränderte Maskenpflichtregelungen verordnen. Zudem ist ein Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht an Schulen möglich.

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